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Neues Konto, alte Gutschrift: ZEIT.IO fragt jetzt nach

Robert Reiz Robert Reiz | 09. September 2026 | 04:12 UTC
Gutschriften nutzen die Bankverbindung des Vertrags, nicht die Ihres Accounts. Legen Sie ein neues Konto an oder markieren es als Standard, zeigt ZEIT.IO jetzt alle aktiven Verträge samt zugeordnetem Konto und fragt, ob es übernommen werden soll.

Der Ablauf ist bei fast jedem Freelancer irgendwann derselbe. Die Hausbank wird gewechselt, ein separates Geschäftskonto kommt dazu, oder die alte Bank stellt das Konto um. Also legen Sie in ZEIT.IO die neue Bankverbindung an, sehen sie in der Liste stehen — und gehen davon aus, dass ab jetzt alles auf dem neuen Konto landet.

Tut es aber nicht. Die nächste Gutschrift trägt weiterhin die IBAN des alten Kontos. Und das fällt in der Regel erst auf, wenn das Geld nicht ankommt oder der Auftraggeber nachfragt.

Ab sofort fragt ZEIT.IO nach. Wenn Sie eine neue Bankverbindung anlegen oder eine bestehende als Standard markieren und Ihre aktiven Verträge noch auf ein anderes Konto zeigen, landen Sie auf einer Zwischenseite: mit einer Übersicht aller betroffenen Verträge und der Frage, ob die neue Bankverbindung übernommen werden soll.


Warum die Gutschrift überhaupt das alte Konto nimmt

Das ist kein Fehler, sondern Absicht — und der Grund, warum das Problem so leicht übersehen wird. Dafür lohnt ein kurzer Blick darauf, woraus eine Gutschrift in ZEIT.IO eigentlich entsteht.

Zwei Datenquellen, kein einziges Formular

Eine Gutschrift wird in ZEIT.IO nie von Hand zusammengetippt. Sie entsteht immer aus zwei Quellen gleichzeitig:

1. Ein freigegebener Beleg — entweder ein Timesheet oder eine Spesenabrechnung. Beides ist eine Abrechnungsperiode, die den Weg durch die Freigabe genommen hat. Nur ein tatsächlich genehmigter Beleg wird überhaupt zu einer Gutschrift; ein offener oder abgelehnter erzeugt keine. Daraus stammt alles Mengenmäßige: die erfassten Stunden bzw. Tage samt Positionen und Sätzen oder die einzelnen Spesenbelege, dazu Projekt, Auftraggeber, Leistungszeitraum und Leistungsdatum.

2. Die Einstellungen des zugehörigen Lieferantenvertrags. Der Beleg sagt, was abgerechnet wird — der Vertrag sagt, zu welchen Konditionen. Aus ihm übernimmt die Gutschrift unter anderem:

Aus dem Vertrag Wirkung auf die Gutschrift
Bankverbindung Empfängerbank, IBAN und BIC auf der Gutschrift
Währung Währung der gesamten Abrechnung
Zahlungsziel Fälligkeitsdatum
Skonto-Stufen Skontofristen und -sätze
Kleinunternehmerregelung Ob Umsatzsteuer ausgewiesen wird
Dynamische Felder Zusatzangaben wie Bestellnummern auf dem Beleg

Beide Quellen zusammen ergeben die fertige Gutschrift. Und genau deshalb liegt die Bankverbindung dort, wo sie liegt: nicht an Ihrem Account, sondern am jeweiligen Vertrag.

Jeder Vertrag kann auf ein anderes Konto zeigen

Das ist kein Umweg, sondern der eigentliche Zweck. Jeder Lieferantenvertrag verweist auf seine eigene Bankverbindung aus Ihrem Account. Wer für mehrere Auftraggeber arbeitet, kann das Honorar aus dem einen Projekt auf ein anderes Konto bekommen als aus dem nächsten — etwa, weil ein Kunde in Fremdwährung zahlt, weil ein Rahmenvertrag eine bestimmte IBAN festschreibt oder weil ein Mandat buchhalterisch getrennt laufen soll.

ZEIT.IO bestimmt das Empfängerkonto dabei in dieser Reihenfolge — die erste zutreffende Regel gewinnt:

  1. Läuft der Vertrag über eine Lieferantenorganisation, zählt deren Bankverbindung. Ihre privaten Konten spielen dann keine Rolle.
  2. Sonst: Hat der Vertrag eine eigene Bankverbindung hinterlegt, gewinnt diese.
  3. Erst wenn beides nicht zutrifft, greift die Standard-Bankverbindung Ihres Accounts.

Regel 2 ist der Normalfall im Freelancer-Account — und die Erklärung für die alte IBAN. Eine neue Bankverbindung in Ihrem Account ändert an einem laufenden Vertrag zunächst gar nichts: Der Vertrag behält seine Zuordnung, und die nächste Gutschrift aus dem nächsten genehmigten Timesheet wird mit genau dieser IBAN erzeugt. Auch dann, wenn Sie das alte Konto längst aufgelöst haben.

Und Regel 3 erklärt, warum auch der Wechsel der Standard-Bankverbindung eine Nachfrage wert ist: Sie wirkt nur auf Verträge, die überhaupt keine eigene Zuordnung haben.

Beim Anlegen einer neuen Bankverbindung gab es dafür bislang eine Checkbox — „Diese Bankverbindung für alle aktiven Verträge übernehmen". Wer sie übersieht oder bewusst leer lässt, weil er erst einmal nur das Konto hinterlegen möchte, bekam anschließend keinerlei Hinweis mehr.


Die neue Nachfrage

Genau an dieser Stelle setzt die Änderung an. Nach dem Speichern prüft ZEIT.IO Ihre aktiven Verträge. Zeigt mindestens einer davon auf eine andere Bankverbindung, sehen Sie statt der Übersichtsliste eine eigene Seite.

Oben steht die Bestätigung, dass die Bankverbindung gespeichert wurde — daran ändert sich nichts, das Konto ist in jedem Fall angelegt. Darunter die Erklärung, warum es damit noch nicht getan ist: dass künftige Gutschriften mit der Bankverbindung erzeugt werden, die am jeweiligen Vertrag hängt, und dass die neue noch keinem Vertrag zugeordnet ist.

Und dann, statt einer abstrakten Warnung, die konkreten Zahlen — eine Tabelle Ihrer aktiven Verträge:

Spalte Was dort steht
Titel Der Vertragstitel, verlinkt auf den Vertrag
Firma Der Auftraggeber
Zeitraum Laufzeit des Vertrags, unbefristete Verträge mit ∞
Zugeordnete Bankverbindung Das Konto, auf das dieser Vertrag heute abrechnet

Die letzte Spalte ist die eigentliche Antwort auf die Frage, die man sich in diesem Moment stellt: Welches Konto steht denn aktuell wo drin? Sie müssen dafür nicht mehr jeden Vertrag einzeln aufmachen.

Darunter die Frage und zwei Schaltflächen: Ja und Nein.


Auch beim Wechsel der Standard-Bankverbindung

Der zweite Fall ist subtiler und war bisher noch unauffälliger. Sie haben bereits mehrere Bankverbindungen hinterlegt, bearbeiten eine davon und setzen dabei den Haken „Diese Bankverbindung standardmäßig verwenden".

Damit haben Sie die Standard-Bankverbindung Ihres Accounts gewechselt — eine Änderung, die sich anfühlt, als würde sie überall wirken. Ihre laufenden Verträge behalten aber auch hier ihre bestehende Zuordnung.

Auch dieser Fall führt jetzt auf dieselbe Seite, mit derselben Tabelle und derselben Frage. Der einzige Unterschied ist der Einleitungstext, der auf die neu gesetzte Standard-Bankverbindung Bezug nimmt.


Was „Ja" tut — und was „Nein" tut

Ja ordnet die neue Bankverbindung allen aufgelisteten aktiven Verträgen zu. Ab der nächsten Gutschrift läuft die Abrechnung dieser Verträge über das neue Konto. Beendete und gekündigte Verträge bleiben unangetastet — dort ist die historische Zuordnung Teil der Belegdokumentation und soll sich nicht rückwirkend ändern.

Jede einzelne dieser Änderungen wird im Auditlog des jeweiligen Vertrags protokolliert, im Klartext und mit Zeitstempel, inklusive alter und neuer Bankverbindung. Sollte später die Frage aufkommen, warum eine Gutschrift auf ein bestimmtes Konto ausgestellt wurde, steht die Antwort am Vertrag.

Nein ändert nichts. Die Bankverbindung bleibt in Ihrem Account gespeichert, die Verträge behalten ihre bisherige Zuordnung, und Sie landen wieder in der Übersicht. Das ist der richtige Weg, wenn Sie das neue Konto zunächst nur hinterlegen wollen — oder wenn Sie die Zuordnung pro Vertrag einzeln vornehmen möchten, weil eben nicht alle Auftraggeber auf dasselbe Konto zahlen sollen.

Es gibt an dieser Stelle bewusst keine dritte Option und keine automatische Entscheidung. Wohin Ihr Honorar fließt, ist keine Frage, die Software still im Hintergrund für Sie beantworten sollte.


Zwei Details am Rande

Verträge ganz ohne Bankverbindung. Das ist Regel 3 von oben: Verträge, die bisher der Standard-Bankverbindung Ihres Accounts gefolgt sind. Legen Sie eine neue Bankverbindung an, füllt ZEIT.IO diese Lücke weiterhin automatisch mit dem neuen Konto und macht die Zuordnung damit explizit. Auf der Nachfrageseite tauchen diese Verträge deshalb gar nicht erst auf — da gibt es nichts mehr zu entscheiden.

Wenn alles schon passt. Die Seite erscheint nur dann, wenn tatsächlich etwas zu tun ist. Haben Sie die Checkbox beim Anlegen gesetzt, gibt es keine aktiven Verträge, oder zeigen alle bereits auf das neue Konto, geht es wie gewohnt direkt zurück zur Übersicht. Es kommt kein zusätzlicher Klick dazu, wo es nichts zu klären gibt.


Wo Sie es finden

Sie finden Ihre Bankverbindungen im Freelancer-Account unter Einstellungen → Bankverbindungen. Die Nachfrage erscheint von selbst, sobald sie relevant wird — einrichten müssen Sie dafür nichts.

Ein Hinweis noch: Die Nachfrage erscheint nur beim Wechsel — also wenn eine Bankverbindung neu dazukommt oder erstmals zum Standard wird. Eine Bankverbindung, die ohnehin schon Standard ist, erneut zu speichern, löst sie nicht aus. Welches Konto an welchem Vertrag hängt, sehen Sie ansonsten wie gewohnt am jeweiligen Vertrag.

Fragen zur Zuordnung oder zum Kontowechsel? Schreiben Sie uns an support@zeit.io — wir helfen gern.