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Eine Überweisung, vier Rechnungen: Der neue Listen-Abgleich in ZEIT.IO

Robert Reiz Robert Reiz | 15. September 2026 | 03:22 UTC
Zahlt ein Kunde mehrere Rechnungen mit einer Überweisung, löst ZEIT.IO die Rechnungsnummern im Verwendungszweck jetzt automatisch auf und verknüpft alle Belege — auch kundenübergreifend. Nur wenn jede Nummer passt und die Summe auf den Cent stimmt.

Es ist der Klassiker in der Debitorenbuchhaltung: Ein Kunde lässt drei Monate lang alle Rechnungen liegen und überweist dann einmal alles zusammen. Auf dem Kontoauszug steht ein einziger Betrag — und im Verwendungszweck eine nüchterne Aufzählung:

R-26-01260, R-26-01263, R-26-01261, R-26-01262,

Vier Rechnungen, eine Buchung, ein Betrag. Für jeden Menschen ist in zwei Sekunden klar, was hier passiert ist. Für den automatischen Abgleich war es bisher ein Fall für die Liste „Nicht erledigt": Der Betrag passte zu keiner einzelnen Rechnung, und die Sammelüberweisungs-Prüfung griff nicht, weil die vier Rechnungen zu unterschiedlichen Ansprechpartnern und Kunden gehörten.

Das erledigt ZEIT.IO ab sofort automatisch. Steht im Verwendungszweck eine durch Kommas getrennte Liste von Rechnungsnummern, löst ZEIT.IO die Liste auf, prüft jede einzelne Nummer und verknüpft die Buchung mit allen betroffenen Rechnungen.

Match multi invoice payments


Wie der Listen-Abgleich arbeitet

Die Prüfung ist bewusst streng. Sie läuft in vier Schritten, und wenn auch nur ein Schritt scheitert, wird gar nichts verknüpft:

1. Die Liste auflösen. ZEIT.IO trennt den Verwendungszweck an den Kommas und räumt auf: Leerzeichen fallen weg, ein Komma am Ende ebenfalls — genau wie im Beispiel oben. Steht überhaupt kein Komma im Verwendungszweck, ist es kein Listenfall, und die anderen Prüfungen übernehmen.

2. Jede Nummer auflösen. Zu jedem Eintrag der Liste muss es genau eine passende Rechnung geben: offen, nicht storniert, nicht bereits bezahlt und noch mit keiner anderen Buchung verknüpft. Findet sich zu einem einzigen Eintrag keine solche Rechnung, bricht die Prüfung ab. Es werden also nie „die drei von vier, die gepasst haben" verknüpft — dieser Halbzustand ist in der Buchhaltung schlimmer als gar keine Zuordnung.

3. Die Summe prüfen. Die Bruttobeträge aller gefundenen Rechnungen müssen auf den Cent dem Betrag der Buchung entsprechen. Ein Cent Abweichung — durch eine Teilzahlung, einen Skontoabzug oder eine Bankgebühr — und der Fall bleibt für einen Menschen liegen.

4. Verknüpfen. Erst jetzt wird die Buchung mit allen Rechnungen verbunden, jede Rechnung auf „bezahlt" gesetzt und die Buchung als erledigt markiert.

Berücksichtigt werden dabei nur Buchungen, die noch nicht erledigt und noch mit keinem Beleg verknüpft sind — und nur Zahlungseingänge. Eine Ausgangsbuchung wird nie gegen Ausgangsrechnungen geprüft.


Jede Rechnung bekommt ihren eigenen Betrag

Ein Detail, das in der Praxis den Unterschied macht: Bei einer Zahlung über 100 EUR für eine Rechnung über 75 EUR und eine über 25 EUR wird nicht zweimal die Zahlung von 100 EUR gebucht, sondern bei jeder Rechnung genau ihr eigener Betrag — 75 EUR bei der einen, 25 EUR bei der anderen.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Würde jeweils der Buchungsbetrag gebucht, stünden beide Rechnungen anschließend als überzahlt im System, die offene-Posten-Liste wäre unbrauchbar und die Umsatzsteuervoranmeldung gleich mit. In ZEIT.IO summiert sich die Zahlung bei jeder Rechnung exakt auf ihren Bruttobetrag — Status „bezahlt", keine Überzahlung, kein Differenzbetrag.


Was passiert, wenn etwas nicht passt

Der häufigste Fall in der Praxis ist nicht der saubere Treffer, sondern der knappe Fehlschlag. Deshalb hier ausdrücklich, was ZEIT.IO in diesen Situationen tut:

Situation Ergebnis
Eine Rechnungsnummer aus der Liste existiert nicht Keine Verknüpfung, Buchung bleibt offen
Eine der Rechnungen ist bereits bezahlt oder anderweitig zugeordnet Keine Verknüpfung, Buchung bleibt offen
Die Summe weicht ab — auch nur um einen Cent Keine Verknüpfung, Buchung bleibt offen
Dieselbe Rechnungsnummer steht doppelt in der Liste Keine Verknüpfung, Buchung bleibt offen
Die Buchung ist bereits einem Beleg zugeordnet Wird übersprungen

In all diesen Fällen bleibt der Vorgang in der Liste „Nicht erledigt" und wartet auf einen Menschen. Diese Zurückhaltung ist Absicht: Eine falsch zugeordnete Zahlung kostet mehr Zeit als ein manueller Klick. Eine automatisch erzeugte Fehlbuchung fällt oft erst Wochen später auf — meist dann, wenn eine bereits bezahlte Rechnung angemahnt wird oder eine tatsächlich offene Rechnung als bezahlt geführt wird.


Der Listen-Abgleich im Zusammenspiel

Der neue Listen-Abgleich ersetzt nichts, er ergänzt. ZEIT.IO prüft jede noch nicht zugeordnete Buchung nacheinander gegen mehrere Verfahren — vom eindeutigsten zum unschärfsten:

Für Ausgangsrechnungen

Der eindeutige Treffer. Es gibt genau eine Buchung, deren Betrag auf den Cent dem Bruttobetrag der Rechnung entspricht und in deren Verwendungszweck die Rechnungsnummer steht. Gibt es keine oder mehrere solche Buchungen — etwa bei zwei Rechnungen über denselben Betrag — passiert nichts.

Die Sammelüberweisung. Hat ein und derselbe Kunde mehrere offene Rechnungen, deren Summe genau einer Buchung entspricht, und stehen alle zugehörigen Rechnungsnummern im Verwendungszweck, wird die Buchung mit allen verknüpft.

Neu: Die Rechnungsnummern-Liste. Hier setzt der neue Abgleich an. Er ist nicht auf einen Kunden beschränkt und nicht darauf angewiesen, dass die Rechnungen alle offenen Posten eines Kunden ausmachen. Maßgeblich ist allein, was tatsächlich im Verwendungszweck steht. Damit deckt er genau die Fälle ab, die bisher übrig blieben: die Zahlung eines Konzerns für mehrere Tochtergesellschaften, die Sammelzahlung einer Agentur für mehrere Endkunden, oder schlicht der Kunde, der vier von sechs offenen Rechnungen begleicht.

Für Eingangsrechnungen

Der eindeutige Treffer. Gesucht wird eine Ausgangsbuchung, deren Betrag dem Bruttobetrag der Eingangsrechnung entspricht und in deren Verwendungszweck die Rechnungsnummer des Lieferanten steht.

Der zweitbeste Treffer. Viele Lieferanten — vor allem bei Lastschriften und Abo-Abbuchungen — schreiben ihre Referenz nicht in den Verwendungszweck, sondern in den Namen des Zahlungsempfängers. Findet die erste Prüfung nichts, sucht ZEIT.IO die Nummer deshalb zusätzlich dort.

Für Gutschriften

Der eindeutige Treffer. Betrag und Gutschriftsnummer müssen zusammenpassen, wie bei den Rechnungen.

Der Skonto-Treffer. Wird eine Gutschrift innerhalb der Skontofrist bezahlt, kommt auf dem Konto der gekürzte Betrag an — der eindeutige Treffer greift dann nie. ZEIT.IO prüft deshalb zusätzlich gegen den Skontobetrag. Entscheidend ist dabei das Buchungsdatum der Zahlung, nicht das heutige Datum: Kontoumsätze werden oft erst Tage später importiert, und eine pünktliche Zahlung soll nicht deshalb unerkannt bleiben, weil die Skontofrist inzwischen abgelaufen ist.


Wann der Abgleich läuft

Der Listen-Abgleich ist in die bestehenden Abläufe eingebaut und braucht keine Einrichtung:

  • Stündlich, wenn ZEIT.IO die Umsätze aller verbundenen Konten prüft.
  • Nach dem Verbinden eines Kontos, beim Abgleich über die letzten drei Monate.
  • Bei jedem manuellen Abgleich, den Sie über das Aktualisieren-Symbol anstoßen.

Er läuft dabei vor den übrigen Prüfungen. Der Grund ist praktischer Natur: Wäre eine der vier Rechnungen zwischenzeitlich schon einzeln zugeordnet worden, ginge die Summe der Liste nicht mehr auf, und der ganze Vorgang bliebe liegen.


Was Sie tun müssen

Nichts. Der Abgleich ist für alle Organisationen mit verbundenem Bankkonto aktiv.

Was sich lohnt: Wenn Sie Kunden haben, die regelmäßig mehrere Rechnungen zusammen bezahlen, bitten Sie sie, die Rechnungsnummern durch Kommas getrennt in den Verwendungszweck zu schreiben. Das ist für Ihren Kunden keine Mehrarbeit — die meisten Banking-Portale übernehmen die Referenzen beim Sammelauftrag ohnehin automatisch — und sorgt bei Ihnen dafür, dass sich der offene Posten von allein schließt.

Wie jede andere Verknüpfung landet auch diese im Auditlog: Zu jeder Rechnung steht dort, wann sich ihr Status geändert hat und welche Buchung dafür verantwortlich war. Die Zuordnung ist damit jederzeit nachvollziehbar — und über die Detailansicht der Buchung auch wieder lösbar, falls doch einmal etwas anders gemeint war.

Die Bankanbindung finden Sie in Ihrer Organisation im Menü unter Buchhaltung → Bankverbindungen.